Sonntag, 26. September 2010

Brisbane City




…So, wo war ich stehengeblieben? Ach ja. Die Busfahrt! Der erwartete „Bus“ war eher ein besseres Großraumtaxi, in dem höchstens 11 Fahrgäste Platz fanden. Um das Gepäck zu transportieren, zog das arme kleine Büschen einen für die Verhältnisse viel zu großen Anhänger hinter sich her, in dem wir dann auch gleich unsere Koffer verstauten. Und los ging die wilde Fahrt.

Natürlich war es erst mal ungewohnt auf der falschen Straßenseite zu fahren. Wenn man aus dem Fenster blickte und beim Anblick der Skyline in seine Gedanken versank, wurde man jedes Mal fix in die Realität zurückgeholt wenn der Bus nach rechts in die vermeintlich falsche Straßenseite abbog. Diese kleine Unstimmigkeit mit den Gewohnheiten im Straßenverkehr äußerte sich später dann auch bei Situationen wie „Straße überqueren“ (Von wegen „links-rechts-links“. Das kann tödlich enden.) oder auf Fußgängerbrücken und -wegen. Die laufen da nämlich auch alle auf der linken Seite. So fällt man als frisch angekommener Europäer sofort mal negativ auf.

Zum Glück haben die meisten Australier ein sonniges Gemüt. Jeder spricht einen sofort mit „Hey mate, how’s it going?“ an, was so viel heißt wie: „Hey Kumpel, wie geht’s?“. Daran muss man sich auch erst mal gewöhnen. In Deutschland kümmert sich ja jeder eher um seinen eigenen Kram.

Im Stadtzentrum angekommen, checkten wir als Erstes im „Tinbilly’s“ ein, einem Backpacker Hostel das eine günstige Schlafgelegenheit versprach.

Die erste Nacht mieteten wir uns in ein 4‑Personenzimmer ein, entschlossen uns aber für die nächsten Nächte dann doch ein Zweibettzimmer zu buchen. Nicht, dass wir unsere Mitbewohner nicht leiden konnten. Es war nur störend für meinen Schönheitsschlaf, als mein britischer Zimmergenosse im Etagenbett unter mir gegen 2 Uhr nachts auf die glorreiche Idee kam seine Freundin zu beglücken. Dann war da noch der deutsche Leidensgenosse, der uns sofort mal erklärte, dass Wirtschaftsingenieure gar keine Ingenieure und bei allen anderen Ingenieuren verhasst seien. Unser Studiengang könne also keinesfalls mit seinem Bauingenieurwesen mithalten… Wertvolle Informationen!!! Man muss ja wissen wo man steht.

Nichts desto trotz hatten wir eine gute Zeit. Wir sind viel durch die Gegend gelaufen und haben uns Vieles angesehen. Dabei hat die Sonne fast die ganze Zeit geschienen und uns mit hier winterlichen 20 bis 22°C verwöhnt.



Dies ist ein künstlicher Strand der mitten in der Stadt direkt neben dem Brisbane River angelegt wurde. Das Wasser ist gechlort und natürlich gibt es auch Lifeguards (Wir würden sie „Bademeister“ nennen. Klingt so aber irgendwie cooler). Wir haben uns nicht dazu verleiten lassen ins Wasser zu springen, da es doch noch zu kalt war und der Wind hier und da ganz schön schneidend sein konnte. Ich kann mir aber vorstellen, dass es hier im Sommer bei 40°C ziemlich voll werden kann. Auf den Fluss sollte man dann trotz Andrang lieber nicht ausweichen, da es wohl öfter vorkommt, dass sich mal ein oder zwei Haie dorthin verirren…



Und hier, extra für den Herrn der harten Hölzer Basti, eine Sehenswürdigkeit incl. T-Shirt. Ich hoffe es gefällt dir.

Noch einige Worte zu den Mädels in Australien: Hier wird das, was man sich unter einem „kurzen Rock“ vorstellt schnell neu definiert. Eigentlich alle Frauen hier tragen beim Ausgehen Röcke, die bei uns eher „Gürtel“ genannt werden. Dazu dürfen natürlich die High Heels und das Top mit tiefem Ausschnitt nicht fehlen. Kein Witz! Es ist auch total egal wie groß oder klein und dick oder dünn die Dame ist. Nicht immer erfreulich, aber meistens. ;-) Bei Gelegenheit stell ich einfach mal ein Foto rein

Hier war das Militär in der Stadt und hat für Irgendetwas Spenden gesammelt. =>












Natürlich haben wir auch ein bisschen Kultur mitgenommen. Wir waren im Museum und haben uns einige interessante Gemälde und Skulpturen angeschaut:



Soviel zur Freizeit.

Wir hatten ja noch eine Aufgabe zu erledigen. Der wichtigste (und einzige) Auftrag den wir hatten bestand darin, für jeden erst mal eine Gitarre zu kaufen. Schließlich müssen wir uns hier ja kreativ beschäftigen. Außerdem darf ich mit den Übungen nicht zurückfallen… Also haben wir uns auf den Weg zu „AllansMusic“ gemacht. In diesem Laden gibt es neben Gitarren auch noch Klaviere, Schlagzeuge, Equalizer, Bücher die mit Musik zu tun haben und vieles mehr. Wir haben uns zwischen den ganzen exotischen Hölzern sofort geborgen gefühlt!




Nach einigen Stunden des Spielens und Ausprobierens, hat sich Marc für eine Takamine und der liebe Jung* für eine Epiphone entschieden. Beide lagen im Preissegment unter $ 300 was etwa € 210 entspricht. Sie haben beide einen recht vollen Klang und lassen sich gut bespielen. Die Saiten auf meiner Gitarre sind einfacher zu benden obwohl wir die gleichen Saiten drauf haben. Dafür schnarrt sie ein bisschen. Wenn ich sie mit zurück nach Deutschland bringen kann, werde ich sie mal einstellen lassen. Und so sieht’s dann aus wenn man in Australien darauf spielt:



Nachdem wir dann soweit alles gesehen und unsere Pflichten erfüllt hatten, haben wir uns mit einem Transportservice auf den Weg zum Wohnheim gemacht.

Das war es so weit aus Brisbane. Der nächste Beitrag wird vom Einzug in's Wohnheim und den ersten Erfahrungen an der Uni handeln. Ich hoffe, dass das Internet durchhält...

Also bis Bald


Alex


* "Der liebe Jung" = Ich in dritter Person


PS: Natürlich gibt es noch weitere Fakten zu Brisbane, mit denen ich hier aber niemanden langweilen wollte. Wenn Interesse besteht, würde ich vorschlagen sich vertrauensvoll an Wikipedia zu wenden ;-)

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