Da waren wir nun. Nachdem wir bei der 1 ½ stündigen Busfahrt weitere Bekanntschaften mit deutschen Kommilitonen gemacht hatten, sind wir endlich in Sippy Downs angekommen. Wir sind auch sofort herzlich vom Wohnheimspersonal empfangen und zu unseren Unterkünften geführt worden. Wir mussten leider feststellen, dass alles nicht ganz so toll war, wie auf der Website beschrieben. Marketing ist alles! Wiedermal was gelernt.
Der Wohnkomplex besteht aus mehreren kleinen Häusern mit je 4 Units in denen jeweils 4 Personen unterkommen. Die Wände sind aus Rigips, was die Häuschen ziemlich hellhörig macht. Die Einrichtung ist so weit ok. Leider kennt man hier keine Doppelverglasung, weshalb es hier und da schon mal zieht wie Hechtsuppe. Jeder Bewohner hat sein eigenes Bad mit Dusche und WC bei seinem Zimmer, was ich persönlich sehr schätze.
Die Anlage verfügt über einen Beachvolleyballcourt (der sich direkt vor meinem Fenster befindet), einen Pool zum Bahnen Schwimmen, einen Pool zum Relaxen mit Fernsehraum, einen spärlich eingerichteten Fitnessraum und einen Tennis- bzw. Basketball- bzw. Fußballplatz (Je nachdem wie man ihn nutzt). Dafür, dass die Ausstattung nicht ganz den Erwartungen entsprach, übertrafen die Preise diese jedoch um einiges… So ist alles wieder im Gleichgewicht. :-) Man bezahlt zum Beispiel für 40 Minuten Waschmaschine $ 3 und 40 Minuten Trockner $ 2. Wenn man die Wäsche dann aus der Maschine holt, muss man sie erst mal lüften, weil sie sonst muffig riecht. Die Miete wird hier wochenweise abgerechnet. Ich bezahle für mein kleines Zimmerchen $ 175 pro Woche, was etwa 125 € entspricht. Hinzu kommen die Kosten für Internet wie in meinem „Zwischenpost“ beschrieben. Wenn ich hier Telefonieren will, so mit Kabel, dann muss ich den Apparat auch nochmal anmelden, was natürlich wieder kostet. Innerhalb von Varsity kann ich aber kostenlos telefonieren.
Nachdem einige Tage ins Land gegangen waren, lernte ich dann auch meine Mitbewohner kennen. Rebecca, eine französische Business-Studentin, die etwa 6 Sprachen annähernd fließend spricht (Rrrrrrrrrrrespekt) und Lee. Lee ist Südkoreaner und einer der nettesten Menschen die ich je getroffen habe. Er ist zuvorkommend, höflich, witzig und für viel Quatsch zu haben. Das waren alle. Ich habe nur zwei „Room-Mates“. Ein Zimmer steht lehr (und das ist zum Glück direkt neben meinem).
Des Weiteren musste ich feststellen, dass hier ungefähr 50% der „Insassen“ aus Deutschland kommen. Man muss sich also echt anstrengen um Freunde zu finden mit denen man nur Englisch spricht. Aber ich denke das hab ich ganz gut hinbekommen.
Nach einer kurzen Eigewöhnungsphase in unser neues zu Hause (ein Tag), packte uns dann auch direkt die Pflicht am Kragen und schleifte uns in die Uni. Mein erster Eindruck: Verwirrend!
Den Gebäuden sind ohne erkennbare Logik Buchstaben gegeben worden. Die Räume sind teilweise von innen, teilweise aber auch nur von außen zugänglich. Es gibt für jedes Anliegen ein eigenes Verwaltungsbüro oder zumindest einen Stand in der Library oder sonst wo. Man muss sich echt auskennen um sich nicht zu verlaufen (oder einen Plan haben). Marc und ich haben uns also sofort auf die Suche nach einem Plan gemacht und wurden auch schnell fündig.
Die „Orientation Week“, die Woche bevor die Uni anfängt um den Neuankömmlingen zu zeigen wie der Hase läuft, war ziemlich gut organisiert. Man bekam alles was man braucht und wurde von der Menge in Vorlesungsräume geschoben, wo man die wichtigsten Infos schön langsam und verständlich vorgekaut bekam. Nachher war man teilweise noch verwirrter als vorher.
Jeden Tag der Woche gab es in der Uni ein „Free Barbecue“. „Barbecue“ ist eine Wurst aus Hammelfleisch (Glaub ich zumindest. Könnte auch Wombat oder Känguru gewesen sein.) auf einer Scheibe labbrigen Toast mit gerösteten Zwiebeln und Barbecue Sauce. Nach den 5 Tagen konnte ich keine Würstchen mehr sehen!
Die Lernutensilien selber waren ziemlich teuer. Ich habe zwei Bücher kaufen müssen, die zusammen ca. $ 190 kosteten. Das sind umgerechnet etwa 133 €. Dabei hätte ich mir zumindest eins echt schenken können.
Das System hier an der Uni gleicht irgendwie eher den deutschen Schulen, was mir persönlich, wie alle wissen sollten die mich halbwegs gut kennen, nicht so sehr gefällt. Ein Pluspunkt ist, dass von Anfang an klar ist was man bis wann zu tun hat. Es gibt für jeden Kurs eine so genannte „Course Outline“ in der haarklein jedes Assessment mit „due date“ und Aufgabenstellung aufgeführt ist. Nicht so toll ist, dass wir diese Assessments über das ganze Semester verteilt zu erledigen haben. Jede „Hausaufgabe“ geht hier in die Endnote mit ein. In einem Kurs gibt es insgesamt 10% auf die Endnote für wöchentliche Posts im kurseigenen Forum. Hierbei ist es völlig egal ob das was man schreibt klug ist oder nicht. Es ist vielmehr wichtig, dass der Post 150 Worte lang ist und halbwegs zum Thema passt. Bei solchen Aufgabenstellungen stellen sich mir die Nackenhaare auf…
Soviel zum ersten Eindruck der Hochschule und des Wohnheims. Ich hoffe meine Jammerei hat euch nicht zu sehr gelangweilt. Der nächste Beitrag wird von meiner Wanderung durch den australischen Regenwald handeln. Orientierung ist dort Alles! Da ich keine hab, wurde es zu einer wertvollen Erfahrung in Sachen „Bei der Gruppe bleiben“.
Machts gut
Alex
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen